Ich liebe Kunst. Ich male, ich zeichne, ich schreibe.

Schon immer, je nach Lebensphase mal mehr, mal weniger. Je mehr ich mich auf mich selbst besinne, desto mehr.

Aber Künstler? Darf ich mich tatsächlich Künstler nennen?

 

Wer bestimmt, wer ein Künstler ist? Ich selbst oder die Umwelt?

Ich selbst bestimme es. Die Umwelt bewertet es.

Bewertet es oft eher negativ. Zerredet es, belächelt es.

Doch wie beeinflusst mich die Bewertung der anderen? Vor allem das Urteil derjenigen, die mir nahestehen?

 

Ist es überheblich, sich „Künstler“ zu nennen? Was heisst „ich mache Kunst“? Ab wann ist Kunst überhaupt Kunst?

Muss ich meine Bilder verkaufen, um Künstler zu sein? Muss ich mein Leben davon bestreiten können? Oder muss ich womöglich mein Leben komplett der Kunst widmen?

Oder darf ich mich Künstler nennen, einfach weil ich es liebe, mich durch meine Bilder auszudrücken?

 

Was dagegen ist eigentlich ein Lebenskünstler?

Ein Lebenskünstler ist jemand, der es schafft, das Leben zu geniessen. Auch wenn es nicht den Konventionen der Gesellschaft entspricht. Einer, der bewusst nichts darauf gibt, was die Leute reden. Denn die Leute reden sowieso, egal was er tut. Also kann er auch gleich das machen, was er möchte.

 

Ist das also der Unterschied? So frei zu sein, dass das Urteil der anderen mich nicht beeinflusst. Dass ich meinen Weg gehe, aus mir selbst heraus. Mir die Anerkennung nur aus mir selbst, meiner Arbeit und meinen Bildern und Texten hole.

Dann bin ich frei und darf mich aus tiefstem Herzen Künstler nennen. Denn das ist wahrhaftig eine Kunst.

Genauso wie die Bilder, die ich male. Egal ob sie gross sind oder klein. Egal ob ich sie ausstelle, verkaufe, oder nur für mich male.

Es bedeutet für mich auch die Kunst, bei mir selbst anzukommen und meine Ruhe zu finden. Meine Gefühle und Gedanken in Worten und Bildern auszudrücken, Farben als Ausdruck zu verwenden.

 

Fähigkeiten, die in jedem einzelnen von uns stecken, von klein auf.

Begabungen, die jedoch durch die Bewertung und die Erwartungshaltung unserer Umwelt schon früh untergraben und tief im Inneren verborgen werden, von Perfektionismus überdeckt.

 

In jedem von uns steckt ein Künstler. Wir müssen ihn nur befreien.

Ich wünsche mir, dass immer mehr Menschen so frei sind, um von sich zu sagen:

 

„Ich bin ein Künstler“.